Heilsame Begegnung im Raum der Unschuld

unschuldiges Baby

Heilsame Begegnung kann nur in einem Raum kompletter Unschuld stattfinden. Das bedeutet, dass ich mich selbst und auch den anderen als unschuldig sehe. Dann findet zärtliche, zarte Begegnung aus offenem Herzen statt. Es bedeutet mitnichten, alles gut zu heißen! Es bedeutet, anzuerkennen, dass es so ist, wie es ist - frei von moralischer Bewertung. Und dennoch bleibt die Möglichkeit, deutlich "Nein" oder "Stopp" zu sagen!

Während ich dies schreibe, ist mir klar, wie selten ich mich selbst in diesem Raum aufhalte... Blitzschnell wird jede Wahrnehmung reflexhaft mit einer Meinung und Einordnung verknüpft: "will ich", "will ich nicht", "gut", "schlecht", "böse", ... Sobald irgendein moralisches "sollte" mitschwingt: die andere sollte etwas machen oder nicht machen, der andere sollte anders sein, ich sollte anders sein/denken/handeln/fühlen - ist die Unschuld der Begegnung verdorben.
Das ständige, automatisierte Einsortieren von Menschen (nett, unsympathisch, nervig, bewundernswert, bösartig, ...) und Situationen (langweilig, schrecklich, schön, ...) trennt uns von der unschuldigen, schlichten Begegnung jenseits von Bewertung ganz im Jetzt.

Es bedarf einer großen Wachheit, zu bemerken, welche subtilen Urteile, Erwartungen und Vorwürfe in uns die Norm sind - also auch als "normal" empfunden werden. Und wenn wir fein in unser Herz lauschen, können wir bemerken, dass es nicht ganz frei, weit, nackt und offen ist, sondern sich durch einen Panzer aus Meinungen und Bewertungen vermeintlich schützt.

Was wäre, wenn dieser vermeintliche Schutz in Wahrheit unser Gefängnis ist?
Was wäre, wenn diese unendliche Flut von Meinungen und Urteilen in Wahrheit eine Projektion unserer Selbstverurteilung und unserer verkümmerten Selbstliebe ist?
Was wäre, wenn die wirkliche Macht nicht im Schuldigsprechen, sondern im Lieben liegt?
Was wäre, wenn das heute als "normal" empfundene permanente Verurteilen in der Welt von morgen mitfühlend als Selbstverletzung und Hilflosigkeit erkannt wird?

Ich möchte mich selbst und dich einladen, Neuland zu betreten! Schrittchen für Schrittchen. Lauschen, wann das Herz wagt, sich vorsichtig zu öffnen - und wann es sich wieder in den gewohnten Gefängnis-Modus zurück zieht. Es ist ein großes Entlernen uralter antrainierter Muster.

Bist du zu dem Abenteuer bereit, diesen Tag, HEUTE, zu einem Tag der schuldlosen Begegnung mit offenem Herzen zu machen? So gut wie es geht? Und nach jeder erneuten, erkannten Schuldzuweisung erneuerst du deine Absicht. 

Du nimmst wahr, was passiert und welche Gefühle in dir auftauchen. Und du handelst dementsprechend - jedoch frei von jeglicher moralischen Ladung. So bereitest du eine neue, geheilte Welt vor - in dir selbst und in deinem Umfeld. Hierin liegt ein tiefes Nähren und Heilen für alle Beteiligten - vor allem für dich selbst.


Ich grüße dich von Herzen - Jochen

 

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